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Was bedeutet
„biologisch abbaubar“?

Im Jahr 2019 fielen in Deutschland etwa 50 Millionen Tonnen Kunst­stoff­abfall aus Verpack­ungen an. Das Problem: Die meisten Kunst­stoffe sind sehr be­ständig und werden in der Natur erst nach mehreren hundert Jahren abgebaut. In dieser Zeit zerfallen sie zu Mikro­plastik, verteilen sich in Wasser, Boden und Luft und sind mittler­weile eine ernst­zuneh­mende, globale Umwelt­belastung.

Es geht aber auch anders. Schon seit langem gibt es Kunst­stoffe - im Idealfall aus nach­wach­senden Roh­stoffen - die er­heblich schneller von Mikro­orga­nismen ab­gebaut werden. Aber können solche Kunst­stoffe auch im normalen Bioabfall entsorgt, im Kom­post­werk verarbeitet und dann in den landwirtschaftlichen Nährstoff­kreislauf zurückgeführt werden? Ganz über­wie­gend leider nicht. Denn unter den groß­tech­nischen Bedingungen in einem Kom­post­werk verrotten die meisten bio­logisch abbau­baren Kunst­stoffe nicht schnell genug oder hinter­lassen gar schädliche Abbau­produkte.

Überprüfung der Abbaubarkeit

Damit BAW's zusammen mit Bioabfällen kom­postiert werden können, müssen sie während des normalen Rotte­prozesses im Kom­post­werk binnen 12 Wochen ab­gebaut werden und dürfen keine für Pflanzen oder Tiere schäd­lichen Ab­bau­produkte hinter­lassen. Um das zu gewähr­leisten wird die Abbau­barkeit von Kunst­stoffen nach ISO 16929 geprüft.

Hierzu wird eine Probe des Kunst­stoffs eingewogen, grob zer­kleinert und mit struk­tur­reichem Bio­abfall unter kontrol­lierten Bedingungen im Tech­nikums-Maßstab über 12 Wochen verrottet. Die Rotte­bedingungen wie Sauer­stoff­gehalt, Tem­peratur und Wasser­gehalt werden konti­nuierlich über­wacht und ge­gebenen­falls ange­passt. Nach 12 Wochen wird das BAW-Material ge­trock­net und erneut ge­wogen. Ab einem Masse­verlust von 90 Prozent gilt das Material als bio­logisch ab­baubar.

Überprüfung der Schädlichkeit

Um zu überprüfen, ob der BAW beim Ver­rotten keine für Pflanzen und Tiere schäd­lichen Stoffe an den Kom­post bzw. den Boden abgibt, werden Öko­toxizi­tätstest mit 3 ver­schie­denen Pflanzen­arten sowie der Regen­wurmtest durch­geführt.

Sommer­gerste, Senf und Kresse werden jeweils in einer Mischung aus kom­postier­tem Kunst­stoff und Ein­heits­erde an­gezogen. Nach maximal 15 Tagen werden Frisch­masse und Keim­rate er­mittelt und mit einer Kon­troll­gruppe ohne Kunst­stoff ver­glichen. Er­reichen die Pro­ben mindestens 80 Prozent des Er­trags der Kon­trolle, gilt der Kunst­stoff als unbe­denklich.

Regen­würmer sind aus­gezeich­nete Zeiger­orga­nismen für die Boden­qualität. Eine be­stimmte Anzahl Würmer wird in ein Gemisch aus kom­post­iertem Kunst­stoff und Sub­strat ge­geben und deren Zahl und Ge­wicht nach 28 Tagen mit einer Kontroll­gruppe ohne Kunst­stoff­zugabe ver­glichen. Er­reichen die Regen­würmer der Probe in Zahl und Ge­wicht mindes­tens 90 Prozent der Kontroll­gruppe, gilt der Test als be­standen.

Nur ganz spezielle Kunststoffe können im Bioabfall entsorgt werden

Nur Kunststoffe die nach 12 Wochen im üblichen Rotte­prozess eines Kom­post­werks ab­gebaut werden und dabei keine für Pflanzen oder Tiere schäd­lichen Abbau­produkte hinter­lassen, können im normalen Bioabfall ent­sorgt werden. Gegen­wärtig sind das fast aus­schließ­lich spezielle Bioabfallbeutel, die als kom­postie­rbar gekenn­zeichnet sind. Aber Achtung: Nicht alle Kom­post­werke verfügen tatsäch­lich auch über die Technik, solche Bioabfallbeutel ­zu ver­arbeiten. Es sollte des­halb immer über­prüft werden, ob und welche Bioabfallbeutel von der je­wei­ligen Gemeinde für den Bioabfall zu­gel­assen sind.

Und Kom­post­werke haben ihrerseits die Möglich­keit gezielt be­stimmte Kunst­stoffe und Ver­packungen auf ihre Kom­postier­bar­keit unter­suchen zu lassen und bei be­standener Prü­fung nach ISO 16929 für die ge­trennte Bioabfallsamm­lung zu­zulassen. Das Spezial­labor PLANCO-TEC führt solche Unter­such­ungen seit An­fang der 2000er durch.

Hochwertige Analysen durch PLANCO-TEC

Fremdstoffanalytik


Die Bioabfallverordnung bietet den rechtlichen Rahmen für die ordnungsgemäße Untersuchung, Behandlung und Verwertung von Bioabfällen und Gemischen. Ändern und verschärfen sich die Vorgaben, müssen Erzeuger adäquat darauf reagieren.

Anfang 2021 etwa wurden die Grenzwerte für die Größe an Fremdbestandteilen in Düngemitteln, Komposten und Gärprodukten verschärft: Diese dürfen ab sofort einen Durchmesser von 1 mm nicht mehr überschreiten, und nicht - wie bislang einen Durchmesser von 2 mm. Das bedeutet eine Bestimmung von bis zu achtmal mehr Partikeln bei der gleichen Menge an Fremdstoffen wie Glas, Metalle, Hart- und Folienkunststoffe und sonstige Fremdstoffe.

Analyse auf dem kurzen Weg

Unser zentraler Standort in der Mitte von Deutschland versetzt uns in die Lage, etwa bei Probenahmen, schnell vor Ort zu sein. 

PLANCO-TEC ist eines der führenden Prüflabore für die Probenahme und Analytik im Rahmen der RAL-Gütesicherung für Komposte und Gärprodukte der Bundesgütegemeinschaft Kompost e. V. (BGK). Schon heute werden bundesweit rund ein Drittel aller gütegesicherten Kompostierungs- und Biogasanlagen von PLANCO-TEC betreut.

PLANCO-TEC: exakte Analytik, umfangreiche Beratung

Als akkreditiertes Prüflabor hat sich PLANCO-TEC auf die Bestimmung des Fremd- und Schad­stoff­anteils spezialisiert und untersucht im Labor in Neu-Eichenberg pro Jahr rund 3.600 Kompost­proben. Ab sofort  bietet PLANCO-TEC auch die Unter­suchung auf­bereiteter Lebens­mittel­abfälle und vieler weiterer Aus­gangs­stoffe, die am Beginn Ihrer Prozess­kette stehen, an. Geübtes Fach­personal, aus­gefeilte Methodik und moderne Aus­stattung gewähr­leisten exakte Unter­suchungs­ergebnisse. Über die Fremd- und Schad­stoff­analytik hinaus bietet PLANCO-TEC auch umfang­reiche Beratungs­leistungen an, um sowohl die Qualität der Aus­gangs­stoffe als auch den Kompost­ierungs­prozess selbst zu verbessern.

Unser Ziel: Gemeinsam die Weiterverbreitung von Mikroplastik und anderen Schadstoffen unterbinden!

Sprechen Sie uns an!

Unsere Laborleiterin Eileen Schütze steht Ihnen unter der Telefonnummer 05542 9351-83 gern für alle Ihre Fragen zur Verfügung. Oder schicken Sie eine E-Mail an .